Gleichzeitig ist der Stresslevel unter den Beschäftigten gesunken: Nur 38 Prozent gaben an, sich am Tag vor der Befragung gestresst gefühlt zu haben, im Vergleich zu 41 Prozent im Vorjahr. Auch die Zahl derjenigen, die sich ausgebrannt fühlten, ist von 34 auf 32 Prozent gesunken. Dies könnte auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine zunehmende Wertschätzung von Work-Life-Balance hinweisen. Dennoch bewerteten nur 67 Prozent die Chancen auf dem Arbeitsmarkt positiv, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Die Rolle von Stress im Arbeitsleben
Marco Nink, Director of Research & Analytics bei Gallup, betont, dass Stress ein Teil des Lebens ist, jedoch problematisch wird, wenn keine Erholung stattfindet. “Abschalten nach der Arbeit ist extrem wichtig – nicht nur für das psychische Wohlbefinden, sondern auch, um langfristig gesund, leistungsfähig und produktiv zu bleiben.” Diese Erkenntnisse sind für Unternehmen von Bedeutung, die in einer wettbewerbsintensiven Landschaft agieren und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter fördern möchten.
Deutschland im internationalen Vergleich
Insgesamt wurden 141.444 Arbeitnehmer in 149 Ländern befragt, wobei Deutschland in Europa den 20. Platz einnimmt, ein leichtes Aufwärtstrend im Vergleich zu Platz 21 im Vorjahr. Im internationalen Vergleich sind die nordischen Länder führend in der Zufriedenheit: Finnland führt mit 81 Prozent, gefolgt von Island und Dänemark, die beide bei 78 Prozent liegen.
Positive Signale, aber weiterhin Handlungsbedarf
Die Gallup-Studie zeigt, dass sich die Lebensbewertung der Beschäftigten in Deutschland nach einem kontinuierlichen Abwärtstrend und dem Stimmungstief der letzten zwei Jahre leicht verbessert hat. Dennoch bleibt die Tatsache, dass weniger als die Hälfte der Deutschen zufrieden auf ihr Leben blickt, eine Herausforderung. Die Zufriedenheit lag 2021 noch bei 57 Prozent, was darauf hinweist, dass es noch Raum für Verbesserungen gibt, um die Lebensqualität und die beruflichen Perspektiven weiter zu steigern.