Sommerurlaub bleibt wichtig, aber Kosten und Sicherheitslage bestimmen die Reisepläne der Deutschen

© XTB
In vielen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen oder stehen kurz bevor. Für Millionen Deutsche heißt das: Koffer packen, Auto beladen, Urlaub planen. Doch die Reiselust trifft in diesem Jahr auf eine spürbar veränderte Realität. Denn gestiegene Reise-, und Flugkosten sowie teurer Sprit beeinflussen die Urlaubsentscheidungen vieler Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsinstituts TGM im Auftrag des Online-Brokers XTB in Deutschland.

Rund 69 Prozent der Befragten planen demnach in diesem Sommer eine Urlaubsreise. Besonders auffällig: Deutschland bleibt für viele das wichtigste Reiseziel. Unter allen Befragten plant die größte Gruppe mit konkretem Reiseziel einen Urlaub innerhalb der Landesgrenze. 27 Prozent geben demnach an, in Deutschland Urlaub machen zu wollen, 23 Prozent planen eine Reise innerhalb der EU außerhalb Deutschlands, elf Prozent wollen außerhalb der EU verreisen. Weitere neun Prozent planen zwar Urlaub, haben sich aber noch nicht entschieden.

Kosten sind in diesem Jahr entscheidender Faktor

Urlaub bleibt vielen Deutschen zwar wichtig, aber er wird stärker durchgerechnet. Unter denjenigen, die eine Reise planen, geben knapp ein Viertel (24 Prozent) an, dass gestiegene Reise-, Benzin- oder Flugkosten ihre Wahl des Urlaubsziels deutlich beeinflusst haben. Weitere 38 Prozent sagen, die höheren Kosten hätten ihre Entscheidung zumindest etwas beeinflusst. Zusammengenommen wirken sich die gestiegenen Kosten damit bei mehr als sechs von zehn Deutschen auf das Reiseziel aus.

“Spritpreise, Flugkosten und Unterkunftspreise sind für viele Haushalte keine Nebensache mehr, sondern bestimmen die Urlaubsplanung ganz konkret mit”, sagt Jens Klatt, Analyst beim Online-Broker XTB. “Gerade Familien und Autofahrer spüren schnell, dass sich schon kleine Preissteigerungen bei Anreise, Mobilität vor Ort und Verpflegung zu einem erheblichen Betrag summieren können. Viele reagieren deshalb pragmatisch: Sie bleiben eher im Inland oder wählen Ziele im EU-Raum, bei denen die Gesamtkosten besser kalkulierbar sind.”

Auch bei der Wahl des Urlaubsziels spielt der Preis eine zentrale Rolle. 28 Prozent der Reisenden nennen niedrigere Gesamtkosten als wichtigsten Grund für ihr diesjähriges Reiseziel. Weitere 18 Prozent entscheiden sich vor allem wegen einer kürzeren Reisedistanz, damit zählen Kosten und Entfernung zu den wichtigsten Kriterien der Urlaubsplanung.

Urlaub in Deutschland als pragmatische Antwort

Dass viele Deutsche den Sommerurlaub im Inland verbringen, passt zu diesem Bild. Wer “Staycation” macht, also in Deutschland bleibt, spart häufig lange Flugreisen und kann die Kosten für Anreise und Aufenthalt besser einschätzen. Vor allem im Auto-Urlaub lassen sich Ausgaben flexibler steuern, etwa durch kürzere Strecken, Selbstverpflegung oder die Wahl günstigerer Unterkünfte.

“Der Sommerurlaub wird in diesem Jahr nicht zwingend gestrichen, aber stärker angepasst”, sagt Klatt. “Viele Haushalte wollen sich die Auszeit weiterhin leisten, setzen aber andere Prioritäten. Der klassische zweiwöchige Fernurlaub steht stärker in Konkurrenz zu näher gelegenen Zielen, kürzeren Reisen oder Urlaub in Deutschland. Das ist ein typisches Verhalten in Phasen, in denen Verbraucher ihre Budgets genauer im Blick behalten.”

Dass der finanzielle Druck real ist, zeigt auch der Blick auf diejenigen, die in diesem Sommer gar keine Reise planen. Von ihnen nennt fast jede und jeder Zweite finanzielle Gründe beziehungsweise zu hohe Kosten als Hauptgrund, insgesamt sagen 44 Prozent der Nicht-Reisenden, Urlaub sei ihnen zu teuer.

Sicherheit spielt ebenfalls eine Rolle

Neben den Kosten beeinflusst auch die Sicherheitslage die Urlaubsplanung. 46 Prozent der Reisenden geben an, in diesem Jahr bestimmte Regionen aus Sicherheitsgründen zu meiden. 42 Prozent tun dies nicht, zwölf Prozent sind noch unentschlossen.

“Geopolitische Unsicherheit wirkt längst nicht nur auf Finanzmärkte, sondern auch auf private Entscheidungen”, sagt Klatt. “Wenn Verbraucher bestimmte Regionen meiden oder lieber näher reisen, ist das Ausdruck eines größeren Sicherheitsbedürfnisses. Zusammen mit höheren Kosten führt das dazu, dass viele Reiseentscheidungen vorsichtiger getroffen werden.”

Gespart wird vor allem vor Ort

Wer trotz Kostendruck verreist, spart nicht unbedingt an der Reise selbst, sondern häufig an den Ausgaben vor Ort. Laut XTB-Umfrage wollen 20 Prozent der Reisenden in diesem Jahr am ehesten beim Shopping im Urlaub sparen. 16 Prozent planen Einsparungen bei Restaurantbesuchen, 13 Prozent bei kostenpflichtigen Attraktionen und Hot Spots. Gleichzeitig sagt knapp ein Viertel der Reisenden, bei Urlaubsausgaben nicht sparen zu wollen.

“Urlaub hat für viele Menschen einen hohen emotionalen Wert”, sagt Klatt. “Deshalb wird er nicht als Erstes gestrichen. Vielmehr versuchen viele, die Reise durch bewusstere Ausgaben möglich zu machen. Das zeigt, wie stark Verbraucher inzwischen zwischen Lebensqualität und Budgetdisziplin abwägen.”

Über die Umfrage

Die Umfrage wurde vom Meinungsinstitut TGM im Auftrag von XTB unter 1.013 Befragten in Deutschland durchgeführt. Die Fragen bezogen sich auf die Urlaubsplanung im Sommer, die Wahl des Reiseziels, den Einfluss gestiegener Reise-, Benzin- und Flugkosten, Sicherheitsaspekte sowie mögliche Einsparungen bei Urlaubsausgaben.

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