Wer als Tochter eines Arztes in einem Umfeld von Leistung und Erwartungen aufwächst, kennt die unsichtbare Last, funktionieren zu müssen. Schon früh galt Isabelle Tschumi als Außenseiterin, als „sonderbar“. Trotz schulischer Erfolge blieb das Gefühl, nicht dazuzugehören und gegen vorgezeichnete Wege zu leben. Nach dem Abbruch ihres Studiums und einem Rückzug in die Berge begann eine intensive Suche nach Zugehörigkeit und Sinn. Spiritualität, Askese und die Nähe zu einem charismatischen Mentor gaben zunächst Halt, bis daraus Abhängigkeit, Isolation und schließlich traumatische Erfahrungen entstanden. Es folgten Essstörungen, häusliche Gewalt und ein jahrelanger Leidensweg, geprägt von Therapien und Diagnosen, die keine nachhaltige Entlastung brachten.
„Ich war wie im eigenen Leben gefangen, körperlich und seelisch blockiert. Irgendwann fragte ich mich, ob ich überhaupt noch eine Zukunft für mich und meine Tochter habe“, erinnert sich Isabelle Tschumi.
Der Wendepunkt kam in einer Phase tiefer Verzweiflung. Depressionen und Suizidgedanken bestimmten ihr Leben, zugleich trug sie die Verantwortung für ihre kleine Tochter. „Ich wusste, dass sich etwas Grundlegendes ändern muss, aber dieses Mal nicht im Außen, sondern in mir“, sagt sie heute. Statt weiter nach Lösungen von außen zu suchen, begann Isabelle, sich intensiv mit östlicher Philosophie, Achtsamkeit und einem neuen Umgang mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sie hörte auf, ihre Symptome zu bekämpfen, und begann, ihre Bedeutung zu verstehen. „Meine Depressionen und Ängste waren keine Feinde. Sie waren ein Ausdruck meiner Lebenskraft. Der Weg aus der Krise konnte nur darin bestehen, ihnen wirklich zuzuhören.“ Dieser Perspektivwechsel wurde zum Ausgangspunkt eines Weges, der ihr Leben und später auch ihre Arbeit grundlegend verändern sollte.
Der Weg nach innen: Lernen, sich selbst ernst zu nehmen
Aus diesem inneren Entschluss heraus begann für Isabelle Tschumi eine Phase tiefgreifender Neuorientierung. Statt weiter nach Halt im Außen zu suchen, richtete sie den Blick konsequent auf ihr eigenes Erleben. Sie hörte auf, ihre Symptome als Störung zu betrachten, die es zu beseitigen galt, und begann, sie als Ausdruck innerer Prozesse ernst zu nehmen. „In dem Moment, in dem ich mir erlaubt habe, wirklich hinzuschauen, kam etwas in mir zur Ruhe“, beschreibt sie diese Zeit rückblickend. Die intensive Beschäftigung mit östlicher Philosophie, Achtsamkeit und Körperarbeit wurde dabei kein Rückzugsort, sondern ein praktischer Rahmen für Selbstverantwortung und innere Klarheit.

Anstelle weiterer Therapien oder spiritueller Angebote ging es nun darum, sich aus alten Abhängigkeiten zu lösen und destruktive Muster zu beenden. Isabelle trennte sich von Beziehungen und Strukturen, die sie weiterhin fremdbestimmt hätten, und begann, ihr Leben Schritt für Schritt neu auszurichten. Dieser Prozess war weder geradlinig noch frei von Zweifeln. Gerade daraus entstand jedoch etwas, das später zum Kern ihrer Arbeit werden sollte: die Verbindung von gelebter Erfahrung, emotionaler Wahrnehmung und persönlicher Verantwortung – getragen von Mitgefühl statt Selbstkritik.
Isabelle Tschumi: Aus persönlicher Erfahrung wurde eine eigene Arbeitsweise
In den Jahren nach diesem inneren Umbruch begann Isabelle Tschumi, ihre Erfahrungen zu ordnen und zu vertiefen. Was zunächst ein sehr persönlicher Prozess war, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer tragfähigen Grundlage für ihre heutige Arbeit. Die Ausbildung zur Naturärztin und klassischen Homöopathin markierte dabei keinen Neuanfang, sondern eine bewusste Vertiefung dessen, was sie bereits aus eigener Erfahrung kannte: dass Heilung nicht durch das Bekämpfen von Symptomen entsteht, sondern durch das Verstehen dessen, was sie im Leben eines Menschen ausdrücken. Zunehmend distanzierte sich Isabelle von therapeutischen Modellen, die vor allem mit Diagnosen, Defiziten oder pathologischen Zuschreibungen arbeiten. Stattdessen rückte für sie eine andere Frage in den Mittelpunkt: welchen Sinn ein Symptom im Leben eines Menschen haben kann. „Ich gehe nicht davon aus, dass etwas an meinen Klientinnen kaputt ist“, beschreibt sie ihre Haltung. „Mich interessiert, warum das, was gerade da ist, eine Funktion hat.“
Leid wird in diesem Verständnis nicht als Fehler betrachtet, sondern als Ausdruck innerer Prozesse, die wahrgenommen und verstanden werden wollen. Aus dieser Haltung heraus entwickelte sich eine Arbeitsweise, die Mitgefühl und Selbstverantwortung miteinander verbindet. Nicht Analyse oder Schuldzuweisung stehen im Vordergrund, sondern die Fähigkeit, sich selbst wieder zu spüren und innerlich auszurichten. Isabelle arbeitet dabei bewusst nicht gegen das Leiden, sondern gemeinsam mit der Lebenskraft ihrer Klientinnen. Der eigene Weg, der sie aus Abhängigkeit, Fremdbestimmung und Ohnmacht geführt hat, bildet heute das Fundament ihrer Arbeit – nicht als theoretisches Konzept, sondern als gelebte Erfahrung.
Wenn Erfahrung auf Begleitung trifft: Wie Isabelle Tschumi mit Frauen arbeitet
Heute begleitet Isabelle Tschumi Frauen, die oft einen langen Leidensweg hinter sich haben. Viele gelten als therapieresistent, haben Jahre mit Gesprächen, Diagnosen und Medikamenten verbracht und dennoch das Gefühl, im eigenen Leben festzustecken. Was sie zu Isabelle führt, ist selten Hoffnung im klassischen Sinn, sondern Erschöpfung – der Punkt, an dem klar wird, dass bekannte Lösungswege nicht mehr tragen. In der Zusammenarbeit erleben viele Frauen erstmals einen Ansatz, der nicht darauf abzielt, sie zu verändern oder zu reparieren. Stattdessen entsteht Raum, das eigene Erleben ernst zu nehmen. Programme wie der Secret Healing Code oder begleitende Masterclasses geben dabei Struktur, ohne Abhängigkeit zu schaffen. Ziel ist es, dass die Frauen wieder Zugang zu ihrer inneren Orientierung finden und lernen, sich selbst auch durch schwierige Phasen zu begleiten. „Ich möchte, dass meine Klientinnen mich möglichst schnell nicht mehr brauchen“, beschreibt Isabelle diesen Anspruch.

Die Veränderungen zeigen sich häufig im Alltag. Frauen berichten, dass sie wieder einkaufen gehen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder soziale Kontakte aufnehmen können – Dinge, die zuvor lange unmöglich erschienen. Auch emotional entsteht Bewegung: Angst verliert an Dominanz, Erschöpfung wird verstehbar, Entscheidungen fühlen sich weniger fremdbestimmt an. Nicht, weil Symptome verschwinden müssen, sondern weil sich der Umgang mit ihnen verändert. Isabelle Tschumi versteht diese Entwicklungen nicht als spektakuläre Durchbrüche, sondern als Rückkehr zu etwas Ursprünglichem. „Viele dieser Frauen sind nicht zu sensibel“, sagt sie. „Sie haben nur gelernt, sich selbst zu übergehen.“ In der Begleitung geht es daher nicht um Optimierung, sondern um Rückverbindung – mit dem eigenen Körper, den eigenen Gefühlen und einer inneren Haltung, die trägt. Genau darin liegt für Isabelle der Kern nachhaltiger Veränderung.
Eine neue Haltung gegenüber Leid, Sensibilität und Heilung
Was sich durch Isabelles eigene Geschichte und die Erfahrungen ihrer Klientinnen zieht, ist ein grundlegender Perspektivwechsel. Leid wird nicht länger als Defizit oder Störung verstanden, sondern als intelligentes Signal innerer Prozesse. Sensibilität verliert ihren Makel und wird zu einer Fähigkeit, die Orientierung geben kann.
„Unser Leid ist oft unser größtes Potenzial“, bringt Isabelle Tschumi diese Haltung auf den Punkt.
Diese Sichtweise verändert nicht nur den Umgang mit psychischen Krisen, sondern auch den Blick auf sich selbst. Statt weiterer Selbstoptimierung entsteht ein Verhältnis von Mitgefühl, Klarheit und Verantwortung. Isabelle Tschumis Arbeit macht damit deutlich: Heilung beginnt nicht dort, wo man sich endlich repariert fühlt, sondern dort, wo man sich selbst ernst nimmt.
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