Fast sechs von zehn Erwachsenen in Deutschland (57 Prozent) wünschen sich eine dauerhafte Sommerzeit. Knapp ein Drittel (31 Prozent) lehnt sie ab, 12 Prozent sind unentschieden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Debeka Krankenversicherung. Hintergrund: In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober, endet die Sommerzeit, und abends wird es eine Stunde früher dunkel. Viele Befragte spüren das: 42 Prozent sagen, dass sich die frühere Dunkelheit negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Nur 14 Prozent erleben positive Effekte, 44 Prozent sind unentschieden. Dazu passt, dass sich von Oktober bis Februar fast jede zweite Person (46 Prozent) häufig antriebsloser fühlt als im Sommerhalbjahr. Frauen nennen das mit 51 Prozent öfter als Männer mit 41 Prozent. Auch der Abend leidet: Bei 55 Prozent sinkt die Motivation für Sport und soziale Aktivitäten am frühen Abend.
“Dunkle Abende drücken vielen aufs Gemüt, das zeigt die Umfrage deutlich. Ein Wintertief ist keine Krankheit, aber ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Wer Tageslicht, Bewegung und Gespräche fest in den Alltag einplant, beugt vor. Und wer merkt, dass aus dem Tief mehr wird, sollte nicht abwarten, sondern sich Hilfe holen”, sagt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka. Aus seiner Sicht könne mehr Licht am Abend Menschen dazu ermutigen, Sport zu treiben, Freunde zu treffen oder sich in Vereinen und im Ehrenamt zu engagieren. Wer sich persönlich begegne und gemeinsam aktiv sei, verbringe beispielsweise weniger Zeit allein in sozialen Netzwerken und stärke zugleich das Miteinander.
Je jünger, desto antriebsloser
Am stärksten trifft es die Jüngeren: 55 Prozent der 18- bis 29-Jährigen fühlen sich im Winter häufig antriebsloser als im Sommer. Mit dem Alter sinkt der Anteil: Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 52 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen 51 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 47 Prozent. Ab 65 Jahren liegt er bei 35 Prozent. Auch die Lust auf Aktivitäten am Abend lässt bei den Jüngeren nach: 64 Prozent der 18- bis 39-Jährigen sagen, dass ihre Motivation für Sport und soziale Aktivitäten am frühen Abend sinkt. Zugleich wünschen sich die Jüngeren mehrheitlich mehr Licht am Abend: 58 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 62 Prozent der 30- bis 39-Jährigen befürworten eine dauerhafte Sommerzeit.
Haushalte mit Kindern und 40- bis 49-Jährige: Zwei von drei sind für die Sommerzeit
Besonders groß ist die Zustimmung zur dauerhaften Sommerzeit in Haushalten mit Kindern und bei den 40- bis 49-Jährigen: Hier sind jeweils 66 Prozent dafür. 46 Prozent aller Befragten erwarten, dass mehr Helligkeit am Abend ihre psychische Gesundheit verbessern würde, bei den 40- bis 49-Jährigen sind es 59 Prozent. Ob dauerhafte Sommerzeit oder dauerhafte Winter- bzw. Normalzeit gesundheitlich besser ist, bewerten Fachleute unterschiedlich. Die Umfrage bildet die Einschätzung der Bevölkerung ab. Bereits 2018 hatte sich in einer freiwilligen Online-Konsultation der EU-Kommission eine große Mehrheit der Teilnehmenden für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen, und die meisten von ihnen wollten dabei die Sommerzeit behalten.
Über die Umfrage
Civey hat im Auftrag der Debeka Krankenversicherung vom 13. bis 15. Oktober 2026 online 5.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ. Der statistische Fehler liegt beim jeweiligen Gesamtergebnis bei 2,6 bis 2,7 Prozentpunkten.
Die Fragen im Wortlaut:
- “Wie wirkt sich die frühere Dunkelheit infolge der in Kürze bevorstehenden Zeitumstellung auf Ihre Gesundheit aus?”
- “Wie oft fühlen Sie sich in den Wintermonaten (Oktober bis Februar) aufgrund der frühen Dunkelheit antriebsloser als im Sommerhalbjahr?”
- “Reduziert die frühere Dunkelheit durch die Zeitumstellung in den Wintermonaten (Oktober bis Februar) Ihre Motivation für Sport und soziale Aktivitäten am frühen Abend?”
- “Wie würde sich eine längere Helligkeit durch das Beibehalten der Sommerzeit in den Monaten Oktober bis Februar auf Ihre psychische Gesundheit auswirken?”
- “Befürworten Sie eine dauerhafte Sommerzeit für längere Helligkeit am Abend?”