ING Deutschland: Warum ein passendes Geschäftskonto für Gründerinnen und Gründer entscheidend ist

Unternehmertum in Deutschland boomt – Gründerinnen und Gründer zeigen sich grundsätzlich optimistisch trotz aller Herausforderungen. Das hat jüngst der Entrepreneurship Report gezeigt. Dafür hat das Karrierenetzwerk LinkedIn Gründer und Unternehmerinnen befragt. Doch was hilft ihnen wirklich dabei, ein Geschäft aufzubauen und erfolgreich zu machen?

„KI hilft Gründerinnen und Gründern, ihr Business zu starten“, sagt Verena Freyer, Head of Sales Business Banking bei der ING Deutschland. „Doch die Herausforderungen bleiben: Das Geschäft wirklich zum Laufen zu bringen. Denn noch immer bremsen vor allem zu viel analoge Bürokratie und hoher Aufwand für das Rechnungswesen junge Unternehmen.“

Der Schritt in die Selbstständigkeit werde „vielfach angestoßen vom Wunsch, mehr Kontrolle über die eigene Zeit zu bekommen“, weiß Freyer aus vielen Gesprächen mit Gründerinnen und Gründern. „Damit dies auch gelingt, konzentrieren wir uns darauf, Unternehmerinnen und Unternehmer durch sinnvolle Lösungen zu entlasten – damit sie sich voll auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren können. Dafür steht beispielhaft unser volldigitales Geschäftskonto mit dem integrierten Rechnungsmanager.“

Welche Vorteile ein digitales Geschäftskonto birgt und welche Features es mitbringen sollte, um Unternehmerinnen und Unternehmer wirkungsvoll zu entlasten – dazu hat die ING Deutschland die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt:

Warum ein Geschäftskonto für Gründerinnen und Gründer heute fast unverzichtbar ist

Ein Geschäftskonto hilft Gründerinnen und Gründern, geschäftliche Einnahmen und Ausgaben sauber von privaten Finanzen zu trennen. Dadurch werden Buchhaltung, Steuererklärung und Liquiditätsplanung übersichtlicher.

Besonders wichtig ist ein separates Geschäftskonto in drei Situationen:

  • bei der ersten Kundenrechnung: Einnahmen und Ausgaben lassen sich von Beginn an eindeutig zuordnen.
  • bei Kapitalgesellschaften wie GmbH oder UG: Das Stammkapital muss auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt werden.
  • bei wachsendem Zahlungsverkehr: Miete, Software, Lieferanten, Steuern und eigene Entnahmen bleiben nachvollziehbar getrennt.

Ein Geschäftskonto schafft damit eine klare finanzielle Grundlage für die Gründung und den laufenden Geschäftsbetrieb.

Kann ich als Gründerin oder Gründer auch mein Privatkonto für Geschäftszahlungen nutzen?

Ein Privatkonto kann für manche Einzelunternehmer oder Freiberufler rechtlich möglich sein, solange alle geschäftlichen Zahlungsvorgänge eindeutig dokumentiert werden. In der Praxis ist die Nutzung eines Privatkontos für Geschäftszahlungen jedoch häufig problematisch.

Wichtige Einschränkungen sind:

  • Bankbedingungen: Viele Banken schließen die geschäftliche Nutzung privater Girokonten in ihren Bedingungen aus.
  • Buchhaltung: Private und geschäftliche Buchungen müssen später getrennt ausgewertet werden.
  • Steuerprüfung: Bei gemischter Nutzung können auch private Kontobewegungen in die Prüfung einbezogen werden.
  • Wachstum: Mit steigender Zahl an Rechnungen, Steuerzahlungen und Betriebsausgaben wird die Trennung zunehmend aufwendig.

Für Gründer ist ein separates Geschäftskonto deshalb meist die übersichtlichere und robustere Lösung.

Warum ist ein digitales Geschäftskonto für Gründerinnen und Gründer sinnvoll?

Ein digitales Geschäftskonto ist für Gründer besonders dann sinnvoll, wenn Kontoeröffnung, Zahlungsverkehr, Belegverwaltung und Buchhaltung möglichst ohne Filialbesuch organisiert werden sollen.

Typische Vorteile sind:

  • digitale Kontoeröffnung: Antrag, Identifizierung und Dokumentenprüfung erfolgen online.
  • mobiler Zugriff: Zahlungen, Kontostände und Benachrichtigungen sind per App oder Onlinebanking verfügbar.
  • Belegverwaltung: Rechnungen und Belege können digital erfasst und mit Buchungen verknüpft werden.
  • schnellere Abläufe: Digitale Prozesse reduzieren Medienbrüche zwischen Konto, Buchhaltung und Steuerberatung.

Für Gründer ist das relevant, weil in der Anfangsphase häufig wenig Zeit für administrative Aufgaben bleibt.

Welche Funktionen sollte ein digitales Geschäftskonto für Gründer haben?

Ein gutes digitales Geschäftskonto für Gründerinnen und Gründer sollte nicht nur Zahlungen ermöglichen, sondern auch Buchhaltung und Rechnungswesen vorbereiten.

Wichtige Funktionen sind:

  • übersichtliches Onlinebanking: Einnahmen, Ausgaben und Kontostände müssen schnell erfassbar sein.
  • Such- und Filterfunktionen: Buchungen sollten nach Datum, Betrag, Empfänger oder Kategorie auffindbar sein.
  • Belegmanagement: Belege sollten per Upload oder Smartphone-Foto digital erfasst werden können.
  • Rechnungsfunktionen: Angebote, Rechnungen, offene Posten und Fälligkeiten sollten zentral verwaltbar sein.
  • Exportfunktionen: Umsätze und Belege sollten an Buchhaltungssoftware oder Steuerberatung übertragbar sein.
  • OCR- oder KI-Unterstützung: Rechnungsdaten können aus PDFs oder Bildern ausgelesen und Buchungen zugeordnet werden.

Diese Funktionen sparen vor allem dann Zeit, wenn Belege, Rechnungen und Kontoumsätze nicht manuell zusammengeführt werden müssen.

Ist eine Anbindung an meine Steuerberatung als Gründer sinnvoll?

Eine Anbindung an die Steuerberatung ist für Gründerinnen und Gründer sinnvoll, wenn Kontoumsätze und Belege regelmäßig digital übergeben werden sollen. Dadurch sinkt der manuelle Abstimmungsaufwand zwischen Unternehmen und Kanzlei.

Eine digitale Steuerberatungsanbindung hilft insbesondere bei:

  • der Übergabe von Kontoumsätzen,
  • der Zuordnung von digitalen Belegen,
  • der Vorbereitung von Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss oder Steuererklärung,
  • der Vermeidung von Rückfragen zu einzelnen Buchungen.

Gerade in der Gründungsphase kann eine strukturierte digitale Datengrundlage helfen, Buchhaltung früh sauber aufzusetzen.

Welche Vorteile bietet eine DATEV-Schnittstelle für Gründer?

Eine DATEV-Schnittstelle hilft Gründern, Kontoumsätze und digitale Belege strukturiert an die Steuerberatung zu übergeben. Dadurch müssen Buchungsdaten nicht manuell abgetippt oder per unstrukturierter Datei weitergegeben werden.

Wichtige Vorteile sind:

  • weniger manuelle Datenerfassung: Umsätze und Belege werden digital übertragen.
  • bessere Nachvollziehbarkeit: Buchung, Betrag und Beleg können miteinander verknüpft werden.
  • geringeres Fehlerrisiko: Weniger manuelle Zwischenschritte reduzieren Tipp- und Zuordnungsfehler.
  • schnellere Abschlussarbeiten: Die Kanzlei kann strukturierte Daten leichter weiterverarbeiten.
  • bessere Vorbereitung auf Rückfragen: Digitale Belege sind schneller auffindbar.

Ab wann lohnt sich ein Geschäftskonto für Gründerinnen und Gründer?

Ein Geschäftskonto lohnt sich spätestens ab der ersten geschäftlichen Einnahme oder Ausgabe. Ab diesem Zeitpunkt müssen Zahlungsvorgänge sauber dokumentiert und steuerlich nachvollziehbar sein.

Ein früher Start ist besonders sinnvoll:

  • vor der ersten Kundenrechnung, damit Einnahmen direkt korrekt erfasst werden,
  • vor größeren Betriebsausgaben, damit Gründungskosten nachvollziehbar bleiben,
  • bei GmbH oder UG, weil das Stammkapital vor Eintragung eingezahlt werden muss,
  • bei nebenberuflicher Gründung, um private und geschäftliche Zahlungsströme von Beginn an zu trennen.

Je früher die Trennung erfolgt, desto weniger Nacharbeit entsteht später in Buchhaltung und Steuererklärung.

Welche Unterlagen brauche ich zur Eröffnung eines digitalen Geschäftskontos?

Für die Eröffnung eines digitalen Geschäftskontos werden je nach Rechtsform unterschiedliche Unterlagen benötigt.

Typische Unterlagen sind:

  • für Einzelunternehmen und Freiberufler: Ausweisdokument, steuerliche Basisdaten und Angaben zur Tätigkeit.
  • für Kapitalgesellschaften: Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterauszug, Angaben zu Gesellschafter und wirtschaftlich Berechtigten.
  • für alle Antragsteller: Daten zur Identifizierung, Kontaktdaten und Angaben zum geschäftlichen Zweck des Kontos.

Digitale Anbieter bilden Antrag, Identifizierung und Dokumentenprüfung in der Regel online ab. Welche Unterlagen konkret erforderlich sind, hängt vom Anbieter, der Rechtsform und dem Gründungsstatus ab.

Welche Rolle spielt das Geschäftskonto bei einer späteren Kreditvergabe?

Ein Geschäftskonto kann bei einer späteren Kreditprüfung helfen, weil die Bank Zahlungsströme, Einnahmen und Ausgaben besser nachvollziehen kann. Eine geordnete Kontohistorie ersetzt keine Bonitätsprüfung, kann aber die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation erleichtern.

Relevant sind vor allem:

  • regelmäßige Zahlungseingänge,
  • nachvollziehbare Betriebsausgaben,
  • geringe Rücklastschriften oder Zahlungsstörungen,
  • eine erkennbare Entwicklung von Umsatz und Liquidität.
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