Frauen als Gründerinnen: Female Entrepreneurship auf dem Vormarsch

Female Entrepreneurship
Für die weiblichen Gründerinnen von Unternehmen hat sich in Fachkreisen mittlerweile der Begriff „Female Entrepreneur“ etabliert. Sie unterscheiden sich von ihren männlichen Kollegen vor allem durch das oft vielfältig reflektierte Herangehen an ihre Aufgaben. Einige Beispiele zeigen die Besonderheiten eines weiblichen Unternehmens-Stils.

Eine Frau, die sich in die Selbständigkeit wagt oder gar ein eigenes Unternehmen gründet, nennt man heute oft „Female Entrepreneur“. Wesentliches Merkmal ihres Selbstverständnisses im Female Entrepreneurship ist die besondere Innovationskraft und ein ganzheitliche Auffassung vom Wirtschaften. In einem visionären Start Up etwa versuchen die weiblichen Gründerinnen, die bestehenden Strukturen zu verändern und eine neue – weibliche – Unternehmenskultur zu etablieren.

Was ist das wesentliche Merkmal von Female Entrepreneurship?

Auch die Ziele der Gründerinnen im Female Entrepreneurship unterscheiden sich oft von denen ihrer männlichen Pendants. Sie bevorzugen nachhaltige Konzepte und orientieren sich auch an sozialen Zusammenhängen (Social Entrepreneurship). Nicht nur die Erhöhung von Umsatz und Gewinn stehen im Mittelpunkt ihrer Erwartungen. Auch Werte wie Nachhaltigkeit, soziales Handeln und ein ökologisches Bewusstsein sind für sie wichtige Entscheidungskriterien innerhalb von Female Entrepreneurship.

Der Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) musste für 2019 zwar feststellen, dass die Gründungstätigkeit in deutschen Landen abnimmt. Allerdings gibt es auch einen Trend in die Gegenrichtung. Die Anzahl der Gründerinnen konnte nämlich leicht zulegen, und zwar um immerhin vier Prozent. Insgesamt wurden weniger Unternehmen an den Markt gebracht, das Minus betrug fünf Prozent.

Mütter als Gründerinnen

Die Mutterschaft bedeutet immer eine erhebliche Verantwortung gegenüber dem Nachwuchs, und bereits während der Schwangerschaft entsteht ein anderes Verhältnis zu den Anforderungen der Arbeitswelt. Schwangere und Mütter bilden deshalb eine besondere Gruppe innerhalb der Female Entrepreneurship.

Auch Mütter haben bei den Neugründungen einen stetig wachsenden Anteil. Bereits im Jahr 2016, so der Deutsche Gründerverband e.V., betrug der Anteil von Frauen mit Nachwuchs immerhin 16 Prozent. In absoluten Zahlen gründeten 105 000 Mütter neue Betriebe mit einer Wirtschaftskraft von 42,4 Mill. Euro.

Female Entrepreneurship: Bekannte Gründerinnen aus Deutschland

Anna Alex und ihre Partnerin sind zwei bekannte Beispiele für Female Entrepreneurship. Im Jahr 2012 gründeten die beiden den Onlineshop „Outfittery“, um der männlichen Kundschaft mittels KI auf die Sprünge zu helfen – bei der Produktwahl. In neun Ländern der EU hat das Unternehmen mittlerweile 1 Million Kunden. Alex zog sich 2016 aus dem operativen Geschäft zurück, bleibt aber als Mitglied des Beirats dem Betrieb verbunden.

Indessen blieb sie nicht untätig, sondern gründete mit Benedikt Franke das Unternehmen „Planetly“. Mit Hilfe einer spezifischen Software aus dem Bereich Climate-Tech erstellen die Mitarbeiter Profile der CO2-Emmisionen eines Unternehmens. „Planetly“ beschäftigt 60 Mitarbeiter, und 70 Kunden sind mittlerweile vom Angebot der Firma überzeugt.

Spröder Stahl oder doch lieber Dirndl?

Sibilla Krawalla (Limberry) trat nach dem obligatorischen BWL-Studium zunächst in den Stahlhandel des elterlichen Betriebs ein. Aber statt die Nachfolge anzutreten, fühlte sie sich eingeschränkt und kreativ unterfordert. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit entwickelte sich allmählich die Idee eines Onlineshops für individualisierte Damenmode, eben Limberry.

Aber nicht das ungewöhnliche Konzept weckte das Interesse der Kundschaft, sondern ausschließlich das Dirndl zum Selbstgestalten. Auch in der Medien-Welt verschaffte der „Dirndl-Konfigurator“ der Jung-Unternehmerin Lob und Aufmerksamkeit. Die Kehrseite des Erfolgs des Female Entrepreneurship: Das Unternehmen erreichte seine Umsatzziele nicht, und es galt, das Konzept neu zu denken. Am Ende half nur eine Erweiterung des Angebots, und eine eigene Trachten-Edition wurde an den Markt gebracht. Damit konnte der Konfigurator bleiben, wie er war, aber das Unternehmen ist nun breiter aufgestellt und die Nachfrage stets gestiegen.

Vom Journalismus zur Gründung

Bevor Delia Lachance gemeinsam mit vier Partnern „Westwing“ gründete, war sie nach ihrem Studium bei der Zeitschrift „Elle“ gelandet. Für das Lifestyle-Magazin berichtete sie regelmäßig über die neuesten Trends der Wohnraumgestaltung. Dass Menschen mit einem durchschnittlichen Gehalt sich die von ihr vorgestellten Produkte nicht leisten konnten, empfand sie mehr und mehr als störend.

Bereits zu Studienzeiten hatte sie über Female Entrepreneurship nachgedacht. Nun aber hatte sie die Idee, ein Portal nebst Shopping-Club im Internet anzubieten. Die dort zu findenden Möbel und das stylische Interieur sollten aber bezahlbar bleiben und das Budget der Kundschaft nicht überfordern. „Westwing“ war geboren, und das inzwischen im SDAX vertretene Unternehmen beschäftigt heute 1 400 Mitarbeiter. 30 Millionen Menschen gehören dem Club als Mitglieder an, und für das Manager Magazin gehörte Lachance 2016 zu einer der erfolgreichsten Frauen in der deutschen Wirtschaft.

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