Erfolgreiche Frauen, die schon in der frühen Geschichte die Hosen anhatten

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Patriarchat hin, Emanzipation her – in unserer Geschichte gab es immer wieder Frauen, die in ihrer Zeit erfolgreich ihren Mann, pardon, ihre Frau gestanden haben. Die ersten drei von ihnen möchten wir hier im ersten Teil unserer Ratgeberreihe gerne vorstellen.

Die nachfolgenden porträtierten Frauen sind mal mehr, mal weniger berühmt, stammen aus den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und sind erfolgreiche Frauen. Bei aller Vielfalt sei gesagt, dass diese kleine Auswahl natürlich willkürlich ist. Schaut man sich in der Historie um, finden sich selbstverständlich noch viele weitere Beispiele. Sie belegen, dass erfolgreiche Frauen nicht erst seit der Emanzipationsbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts mit Mut und Entschlossenheit ihre eigenen Akzente gesetzt haben und ihren eigenen Weg gegangen sind.

Erfolgreiche Frauen: Hildegard von Bingen (1098-1179)

Ihren Namen haben wir alle schon einmal gehört. Die berühmte Äbtissin, Naturkundlerin und Heilerin und Visionärin, dazu Dichterin und Komponistin Hildegard von Bingen. In einer Zeit, die wir oft und wahrscheinlich zu Unrecht als die Finstere bezeichnen, war sie eine einzigartige Lichtgestalt und erfolgreiche Frau. Sie war das, was damals und noch lange Zeit danach nur den Männern vorbehalten war: eine Universalgelehrte. Mit unstillbarem Drang zu Bildung und Wissen, mit Mut und Klugheit sowie einer unbändigen Neugier hat sie das Fenster zu den damaligen Wissenschaften aufgestoßen und wiederholt neue Impulse gesetzt. Wie wir heute sagen würden, war sie sehr innovativ. Was ihre naturkundlichen Studien anging beziehungsweise ihre Ansichten und Erkenntnisse in Bezug auf unseren Körper, Krankheiten und Sexualität, sogar disruptiv.

Bekannt war sie auch für ihr Verhandlungsgeschick, für ihr ‘Standing’ und ihre Präsenz, die durch ihren selbstbewussten Auftritt erzeugt wurde. Bei all ihrem Neuerungswillen bewies die Äbtissin diplomatisches Geschick: Es gelang ihr, die Bindungen an die damals vorherrschende, allen neuen Gedanken gegenüber misstrauische Kirche nicht zu kappen. Zumindest die himmlische Belohnung ließ mehr als 800 Jahre auf sich warten: In 2012 wurde Hildegard von Bingen vom Papst heiliggesprochen und erhielt so die höchsten Weihen: Eine wahrlich erfolgreiche Frau.

Katharina von Bora (1499-1552)

Die ehemalige Nonne wurde weltbekannt als Ehegattin des Reformators Martin Luther. Bevor sich die beiden im Jahr 1525 das Ja-Wort gaben, war sie eine Nonne. Eine mutige dazu, die es wagte, die Mauern des Zisterzienserinnenklosters Marienthron eigenmächtig zu verlassen und so ihr Gelübde zu brechen. Doch auch ihre Heirat mit Luther war eine mutige Tat, bot er schließlich als Reformator nicht nur der katholischen Kirche und dem Papst die Stirn, sondern auch vielen Fürsten und selbst dem Kaiser. Katharina von Bora setzte sich also alles andere als in ein warmes und gemachtes Bett, zumal ihr berühmter Ehemann in Gelddingen nicht sehr geschickt war. Dass das Nest einmal sehr komfortabel wird und bis zu seinem Tod warm blieb, dafür sorgte die ehemalige Nonne mit Tatkraft und Unternehmerinnengeist. Für eine Frau in der damaligen Zeit alles andere als selbstverständlich.

Selbst als Witwe und in den Wirren des 30jährigen Krieges verließ die erfolgreiche Frau nicht der Mut. So kehrte sie 1547 auf ihr verwüstetes Gut zurück und baute es wieder auf. Es war kein Missmanagement, welches dazu führte, dass sie ihr Geschäft schließlich aufgeben musste. Es waren äußere Umstände wie wetterbedingte Missernten und die Pest, die sie zum Weggehen bewogen. Ob vorübergehend oder auf Dauer, werden wir nie erfahren, da erfolgreiche Frau kurz danach einem Unfall mit ihrer Kutsche erlag.

Therese Wagner (1797-1858) als erfolgreiche Frau

Nicht nur beim Oktoberfest hat man den Eindruck: Bierbrauen ist Männersache. Dabei wissen die wenigsten, dass bis ins 19. Jahrhundert hinein die Frauen für das Brauen von Bier zuständig waren. Allerdings nur für den Hausgebrauch, denn die kleinen und großen Brauereien lagen schon damals fest in Männerhand. Bis Therese Wagner (Titelbild) kam. Als sie und ihr Mann Anton Wagner im Jahr 1829 in München das Braurecht der Augustiner Brauerei zugesprochen bekamen, wurde sie zur gleichberechtigten Anteilseignerin des Unternehmens. Für die damalige Zeit und besonders für diese Branche ein Unding.

Als ihr Mann 1845 starb, war für die damalige Gesellschaft klar, dass Therese Wagner als Frau eine Brauerei unmöglich allein weiterführen konnte. Entschlossen trat die erfolgreiche Frau den Gegenbeweis an. Allen Anfeindungen der sehr traditionell denkenden Brauer zum Trotz, dachte sie nicht daran, wieder zu heiraten oder gar die gut laufende Augustiner Brauerei zu verkaufen. Zum Erstaunen der gesamten Brauereibranche führte sie das Unternehmen überaus erfolgreich weiter. Was die Männerwelt noch mehr erstaunte: Sie führte im Laufe ihrer Karriere zahlreiche technische Neuerungen im Sudhaus oder beim Fuhrpark ein und zählt seitdem zu erfolgreichen Frauen der Geschichte.

Erfolgreiche Frauen sind Vorbilder für die heutige Zeit

Auch das 11., 16. und 19. Jahrhundert zeigen: Frauenpower war auch damals möglich. Geht man ein Stück in der Geschichte weiter und schaut ins 20. Jahrhundert, ist das Bild unverändert. In einem gesellschaftlichen Kontext aus Patriarchat finden sich immer wieder und immer mehr Frauen, die ihrer Zeit den Stempel aufdrücken und auch im 21. Jahrhundert uns als Vorbild dienen können. Freies Denken, Selbstbewusstsein, Unternehmergeist und Mut, selbst gegen große Widerstände ihren eigenen Weg zu gehen – all das kommt erfolgreichen Frauen auch heute bekannt vor.

Nächste Woche stellen wir euch im nächsten Ratgeberteil weitere drei berühmte Frauen der frühen Geschichte vor, also bleibt gespannt.

 

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